Nichts geht doch alles wird gut … 

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An manchen Tagen 

haut einfach gar nichts hin 

Alles läuft schief 

und ergibt keinen Sinn 
Man möchte losrennen 

und lauthals losschrein

Es wird nach Liebe gesucht 

und man bleibt dennoch allein 
Nichts kommt so 

wie zunächst gedacht 

Die Seele weint 

doch von außen wird alles weggelacht 
Es wird alles gegeben 

doch man bekommt nichts 

Es schmerzt so sehr wenn sich 

die Einsamkeit durch das Herz frisst 
Doch es kommen auch wieder 

viel bessere Tage 

In denen man lachend umherzieht 

ohne alles zu hinterfragen 
Dann läuft es einfach 

und alles ist gut 

Komm lass Dich aufs Leben ein –

hab Mut 

und alles wird gut …

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INTIMRASUR

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Schopenhauer bemerkte einst: Die Rasur ist der Beweis höherer Zivilisation. Natürlich hat er damit die Männer gemeint. Und immer standen sie vor der Frage: »Soll ich mich jetzt rasieren oder lieber die Zeit dafür nutzen, die Welt zu retten.«  Heute bestimmen Frauen, Mode und Aussehen unser Leben. Gemeinschaftsduscher, Saunabesucher ebenso wie Swinger, sie wissen Bescheid. Sie haben es alle schon einmal gesehen, wenn nicht, sogar schon einmal selbst Hand oder Klinge angelegt. 
Man braucht keine repräsentative Umfrage, die Sache ist trendy, wie etwa der Big Mac bei den Kleinen. Gut, gut, ich kann die Sache ein wenig präzisieren und behaupte, bei den unter 40-Jährigen ist die Do-it-yourself-Methode epidemisch. In der Klasse U 30 sowieso. Mann und Frau spricht zwar selten darüber- zumindest in der Öffentlichkeit nicht, aber tut es umso häufiger. Es gilt also aufzudecken, was in der Hose abgeht. Die Rede ist von der Schamhaar-Rasur.

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Bei den Damen, so scheint es, gehört sie bereits seit längerem zum Kosmetik-Repertoire. Wenn der Ladyshave eingestöpselt und Achseln wie Beine enthaart werden, dann wird auf dem Weg von oben nach unten mit dem kleinen brummenden Ding der Einfachheit halber gleich mal durchrasiert. Man kann darüber spekulieren, ob Ästhetik, Hygiene oder Trend die Frau von Welt zur Radikal-Enthaarung antreibt. Geschmacksache – könnte man sagen. Erregend finden es die einen, für andere hat es eher den Touch von Kinderpornographie.

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Zwischenzeitlich haben auch die Männer nachgezogen, besser gesagt nachrasiert. Den Schniedel gänzlich frei zu scheren ist „en vogue“ und begeistern kann sich darüber auch Frau, lassen doch die neuen Ansichten bessere Vergleichsmöglichkeiten zu. Noch vor wenigen Jahren schlich sich mancher Papagallo in Ermangelung männlicher Attribute wie ein dunkler Geselle des Abends zum Perückenmacher und ließ sich ein Brust-Toupet verpassen, heute entledigt er sich schnöde jeden Bewuchses.

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Eines ist sicher, der Hygienefaktor alleine kann’s nicht sein, wenn sich alle Welt unterm Gürtel glattrasiert. Sicher, wer sich enthaart, wird sich wohl auch waschen, womit es – so hofft jede Frau -, auch der letzten Filzlaus an den juckreizenden Kragen geht. Sei es wie es ist, immer mehr körperbewusste Zeitgenossen enthaaren sich. Die Werbe-Industrie ist aufmerksam geworden und hat argumentativ braingestormt. Schließlich gilt es, dem Werkzeugkasten für Enthaarung auf die Sprünge zu helfen.
Meiner Erfahrung nach lieben es die Frauen, wenn Mann frisch gewaschen, glatt rasiert und mit wohlriechendem Rasierwasser zum ersten Date erscheint. Immerhin ist Rasur und gepflegtes Äußeres auch Ausdruck einer gewissen Wertschätzung. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Intimrasierer mit heruntergelassener Hose zur Verabredung erscheinen kann, nur um zu beweisen, dass er sich umfassend Mühe gegeben hat. Insofern ist die Intimrasur in diesem frühen Stadium des Kennenlernens obsolet und macht überdies einen schlechten Eindruck. Aber ich will nicht abschweifen.

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Man könne, so die Werbung, wie seinerzeit Lance Armstrong, schneller Radfahren oder wie unser aller Kampfschwimmerin Franzi von Almsik die 200 Meter ohne störende Widerstände in kürzerer Zeit durchkraulen. Selbst Schürfwunden sollen angeblich besser heilen, wenn man völlig haarfrei ist. Nun kann ich mich nicht erinnern, jemals Abschürfungen an meinem zweitbesten Stück erlitten zu haben, ganz zu schweigen, dass mir das pelzbefreite Genital beim Fahrradfahren irgendwelche Vorteile gebracht hätte. Gewiss, der Sonnenschutz lässt sich geschmeidiger auftragen, dennoch ist es mir an den heimischen Stränden noch nicht aufgefallen, dass Damen nahtlose Bräune im Schritt anstreben.

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Bei aller Diskussion um dieses sensible Thema spielt meiner Meinung nach die Sorge um körperliche Unversehrtheit eine nicht unwesentliche Rolle. Immerhin besteht, Klingenrasur vorausgesetzt, latente Verletzungsgefahr. Und da so mancher Mann anatomisch gesehen puristisch ausgestattet ist, könnte er bei all dem üppig aufgetragenen Rasierschaum leicht den Überblick verlieren und eine Kleinigkeit übersehen. Auch wenn der Hersteller geschärfter Klingen weltweit behauptet – Gillette sei das Beste am Mann, hege ich berechtigte Zweifel.

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Nun gut, militante Intimrasierer schrecken vor keiner Gefahr zurück. Während sich die Damen seit Jahr und Tag auf ein breites Hilfsmittel-Sortiment wie Pinzette, Wachs, Pflaster, Cremes oder Shaver verlassen, greift der Mann todesmutig zu Rasiermesser. Er ist so sehr darauf fixiert, dass er bei allem Arbeitsseifer zwischen dem Gemächt, jene in der Nase und an den Ohren vergisst. Und die sind wahrlich kein Augenschmaus. Wie dem auch sei, die Entfernung des zarten Pelzes in der Hose dürfte kaum Relevanz haben, den Luftwiderstand beim Hochleistungssport zu verringern. Ob es beim Beischlaf zur Leistungssteigerung führt, bleibt allerdings fraglich.

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Bei den meisten konservativen Frauen ist die Rasur ohnehin nicht das zentrale Thema. Da gibt es im Eheleben durchaus auch die einen oder anderen Reibungspunkte oder Missverständnisse. Doch auch hier scheinen sich motivatorisch-emotionale Trendwenden durchzusetzen. Insbesondere dann, wenn der Haussegen schief hängt. Reagieren Frauen beispielsweise aggressiv wegen kleiner Fehltritte oder anderer Bagatellen ihrer Männer, braucht es keine Klinge. Sie sprechen in so scharfem Ton, dass man sich mit ihren Worten rasieren könnte. Es ist also anzuraten, das Gespräch hinterher mit After-Shave-Atmosphäre ein wenig zu glätten, bevor sich die Frauen noch schärferer Waffen besinnen. Sollte sich der Streit nicht beigelegt und die Gattin urplötzlich sich eine neue Frisur zugelegt und unseren Nassrasierer für ihre Beinrasur missbraucht haben, so ist das in der Regel ein untrügliches Zeichen für Gefahr in Verzug. Dehnen die Damen mit der Klinge jedoch die Haarbeseitigung auf weitere Einzugsgebiete aus, dürfen wir davon ausgehen, dass es vorbei ist mit unseren Exklusivrechten.

Aber es gibt ökonomische Argumente, die etwas für sich haben. Wirtschaftlich gesehen gefährdet die Intimrasur manch zartes Aufschwung-Pflänzchen. Denn kaum hatten sich findige Gründer einer Ich-AG mit einem Schamhaar-Friseur-Salon niedergelassen, schwappte die Ganz-Ab-Welle des kreativen Heimwerkers über ihn hinweg und machte ihm das Geschäft kaputt. Vielleicht kann er sich noch retten, wenn er seinen Salon als Hot-Dog-Bude untervermietet.

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Doch halt. Neusten Meldungen nach haben sich in Deutschlands Großstädten Coiffeure auf kunstvolle Damenrasuren spezialisiert. Ähnlich wie bei der Bearbeitung eines englischen Rasens wird gestutzt, gekämmt, vertikutiert, epiliert und tiefgründig belüftet. Inbrünstig fräsen Damenschrittkünstler, erfahren und meisterbebrieft, Ornamente in Lilien-, Herz- und Tannenform ins Schamhaar. Mit meisterlicher Fingerfertigkeit gestalten sie bewucherte Venushügel und erschaffen mit leichter Hand wahre Kunstwerke. Aufs Düngen wird freilich verzichtet, es wird hautschonend gekremt.
Ich bin gespannt, wann die nächste Modewelle auf uns zurollt. Dauergewellte Löwenmähne im Höschen oder sportliche Zöpfchen im Tanga! Haarsprays, Haarlack und Schaumfestiger bringen die Intim-Frisur in Form, ohne zu verkleben. Auch wenn Männer von ihrem besten Stück reden und damit das Teil in ihrer Hose meinen, mein bestes Stück war schon immer der Kopf und mit dem gehe ich zu meinem Friseur um die Ecke. Der Haarschnitt 13 Euro und die Hose lasse ich an!

An die jungen Hüpfer 

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Hört genau zu, Ihr zungengepiercten Technohopper mit dem Arschgeweih über dem Steißbein:
Wir End-Dreißiger bis Anfang-Fünfziger haben sie live erlebt: die Geburt des Synthesizers und den wahren Soundtrack der 70er, der von Bands wie Depeche Mode, Cure und Yazoo geschrieben wurde.
Wir haben noch mit Midischleifen und Oszillographen gekämpft!

Wir haben Euren “Tekkno” erfunden, bei uns nannte sich das aber noch Wave und war tatsächlich Musik. Wir konnten durchtanzen, ohne uns bunte Pillen einzuwerfen zu müssen, um es zu ertragen. Unsere einzige Droge hieß BlueCuracão auf Sekt.
Wir mußten noch keine Angst haben, das uns Tina Turner mit Seniorenoberschenkelhalsbruch von der Bühne purzelt. Wir haben Madonna noch mit festen Brüsten und ohne Baby-Pause gekannt, Ihr Nasen!
Joschka Fischer trug Jeans und Turnschuhe. Echte Punker hatten Uhu in den Haaren und kein “L’Oreal”. Bei uns haben sich keine Neonazis mit Türken geschlagen, sondern Punks mit Mods, Mods mit Poppern, Popper mit Rockern und alle gemeinsam gegen die Polizei.
Bei uns gab es noch Mofas, Mokicks und 80er bei denen durchgängig die Betriebserlaubnis erloschen war, denn das Wort “frisieren” hatte damals noch seine eigentliche Bedeutung, was ihr kahlgeschorenen Pfeifen nie verstehen werdet. Und wer einen Führerschein hatte, fuhr als erstes Käfer oder einen alten BMW, bei dem Dellen von Individualismus zeugten, ihr Smart-Popel.
Wir erinnern uns noch an Terroristenfahndungsplakate, auf denen hin und wieder ein Gesicht liebevoll mit Kuli von einem Staatsbediensteten durchgestrichen wurde.
Die Bundeswehr machte noch Spaß, wir kannten ja die Richtung, aus der der Feind kommt.
Sex war sicher und Motorsport tödlich. Heute ist es genau anders herum.
Ein Tattoo hatte wirklich nur jemand, der ein halbes Jahr in Indien oder Thailand war. Bei uns rannte nicht jede Tippse schnell noch ins “LetzteTatoo-Studio vor der Autobahn”, um sich im Alcopops-Brand chinesische Zeichen auf den Nacken pieksen zu lassen, die wahrscheinlich nichts anderes bedeuten als “Wer das liest ist doof”.
Die Rapper kamen noch aus dem echten New Yorker Ghetto und nicht aus der Schweiz.
Zu unserer Zeit fielen Break-Dancer auf den Fussgängerzonen noch hin und wieder richtig auf die Fresse und Peter Maffay wurde beim Stones-Konzert noch ordentlich von der Bühne gepfiffen.

Wir hatten noch die Qual der Wahl zwischen Pop, Rock, Metal und Italo-Disco und mußten nicht den wöchentlich ändernden Cross-over Trends nachjapsen.

Wir hatten noch Plattenspieler (auf 33″ und 45″) und richtig geile Plattencover, auf denen man die Namen der MUSIKER (und nicht der Programmierer) ohne Lupe erkennen konnte und die tatsächlich Kunst waren – keine Tempotaschentuch großen, einfarbigen Booklets auf denen gerade noch “nice price” lesbar ist.
Genau die gleichen Texte, die heute “Rosenstolz”, “Juli”und “Silbermond” singen, hörte man jeden Samstag in der ZDF-Hitparade von Bernd Clüver, Christian Anders und Cindy & Bert.
Für uns war eine LP etwas Heiliges, das gepflegt und geliebt werden mußte- und keine CD-Plastik-Wegwerfware, die so robust ist, daß man sie durchaus auch als Bierglasuntersetzer verwenden kann. Bei uns erkannte jeder sein Eigentum noch an den individuellen Kratzern.
Wir haben kein Big-Brother geschaut sondern “Formel Eins”, wo es eine ganze fette Stunde wirklich gute Musikvideos zu sehen gab, wir hatten kein MTV mit degenerierten Klingelton-Werbespots und eingebildeten VJ-Flaschen nötig.
Wir haben uns “Magnum” und “Simon & Simon” reingezogen, haben uns die Sakkoärmel hinauf geschoben und ließen uns die Haare seitlich ins Gesicht fallen – ohne diese beknackten, umgedrehten Baseballmützen oder Wollhauben.
In unseren Hosen konnte man noch sehen, ob eine(r) einen Hintern hatte,heute hängt der *** ja bei jedem von Euch in der Kniekehle der ach so tollen Adidas-Jogginghose (die WIR übrigens nur im Sportunterricht angezogen haben). Man konnte erkennen ob jemand “männlich” oder “weiblich”war.

Heute verschlabbert alles unter kunstvoll vergammelter Bekleidung.

Wir waren stolz auf unsere weißen Socken und trugen Slipper mit einem Pfennigstück in der Schuh-Zunge und keine Plateau-Sohlen-Schuhe, die früher bei Klump-Füßen verschrieben wurden.
Und weil ihr gerade im Leistungskurs für Informatik sitzt: die AC/DC Einritzungen auf den Tischen sind von UNS – und es geschieht Euch nur recht, wenn ihr glaubt, daß die Dinger aus dem Physiksaal kommen, wo irgendein findiger Schüler seinerzeit die Abkürzung für “Gleichstrom/Wechselstrom”in die Bank gemeisselt hat.
Ach ja, hiermit entschuldige ich mich, auch im Namen meiner Altersgenossen für Modern Talking.
Das haben wir wirklich nicht gewollt …

(gefunden im Netz) 

Narr

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Wer glaubt, dass nach 12 Jahren Zeit 

der Lüge und Schein-Heiligkeit,

es dann im 13. passiert, 

dass Wahrheit urplötzlich regiert …

Der ist, das sag ich klipp und klar, 

nichts anderes, als ein armer Narr. 

Mein Bäcker-Bonus bei Fräulein Elke 

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Ich stehe im Bäckerladen, um meine Brötchen fürs Wochenende zu erstehen. Elke, eine rassige Brünette lächelt mich erwartungsvoll an, während ich die Auslagen in den diversen Brotkörben studiere. »Wie üblich…?«, haucht sie über den Tresen.

     »Guten Morgen«, begrüße ich sie mit einem unwiderstehlichen Charme-Timbre im Bass. »Ich hätte gerne fünf Kürbiskernbrötchen und zwei Joghurtsemmel.«

     »Aber gerne«, zwitschert sie. »Übrigens, kennen Sie unser neues Bonus-System?«

Ich schüttle überrascht den Kopf. »Nein, noch nicht…«, erwidere ich irritiert, während meine Augen wohlwollend über ihre topographischen Attraktionen wandern.

     »Wenn Sie heute zwei Mini-Dreispitz-Leinsamen-Blätterteig-Eckchen und vier abgeflämmte Bio-Mohn-Knusper-Baguettes nehmen, bekommen Sie zwei Brötchen-Bonus-Punkte mehr als für die fünf Kürbiskernbrötchen. Zwei französische Schrotwecken gibt’s extra dazu.«

     »Ach….!« Vermutlich müssen die Franzosen weg, bevor sie knochenhart werden, denke ich. Aber einem geschenkten Gaul… »Ja, dann…«, murmle ich unentschlossen und blicke mich nach Alternativen um.

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Ich gestehe, früher war alles leichter. Da konnte man zwischen Milch-, Wasser- und Salzbrötchen wählen, heute braucht man enorm viel Phantasie, um sich vorzustellen, auf was man gerade Appetit haben könnte. Meine Augen wanderten spontan über den Tresen und suchten ihre schwarzen Mandelaugen. Fräulein Elke schien meine Gedanken lesen zu können und lächelt hinreißend. Um ein Haar wäre mein Blut in Wallung geraten. Doch bevor ich mich in verwegene Gedanken verstricke, werde ich unterbrochen. 

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     »Oder nehmen Sie doch zwei Dreikorn-Kümmel-Laugenschrot-Knacker…«, unterstützt mich Elke bei meiner Entscheidungsfindung, »…und wenn Sie dazu noch fünf Roggen-Käse-Feinschmecker-Stangen aus Winzerbrot-Teig kaufen, dann bekommen Sie sogar drei Brötchen-Bonus-Punkte mehr.«

     »Klingt nicht schlecht…! Und was passiert mit den Punkten?«, frage ich interessiert.

     »Ab fünfundzwanzig Punkte bekommen sie sieben Fitness-Sesam-Backstuben-Schnitten für nur einen Euro.«

     »Wunderbar«, entfährt es mir. »Aber Weizen-Mohn-Zöpfchen esse ich lieber«, wende ich mit gerunzelter Stirn ein.

     »Die gibt es nur in Verbindung mit zwei Laugenbrezeln ohne Bonuspunkte!«

     »Und was ist mit dem Ciabatta«, erkundige ich mich weiter.

     »Die sind heute im Angebot!«, höre ich sie sagen. »Mit Oliven, Paprika, oder Bio?«

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Ich überlege, wie wohl Semmeln ohne Bio hergestellt würden und welche Materialien zum Einsatz kämen, während mich die schöne Bäckerin mit einem grandiosen Augenaufschlag betört.

     »Die sind aber von gestern«, bemerkt Fräulein Elke beiläufig und greift nach einer größeren Tüte.

     »Nein, dann möchte ich doch lieber Frische! Ich mag‘s gern knusprig«, und bewundere ihr atemberaubendes Dekolleté.

     »Welche Sorte?«, flötet sie und wirft mir einen glühenden Blick zu, der mehr zur Kundenbindung beiträgt als jedes Pünktchen auf meinem Rabattkonto.

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Die Schlange hinter mir staut sich bereits auf dem Bürgersteig und es wird Zeit für eine rasche Entscheidung.

     »Wollen sie heiraten oder Brot kaufen«, knurrt eine Stimme hinter mir.

Ich beachte den Drängler hinter mir nicht. »Geben Sie mir acht doppelseitig gebackene Malz-Mehrkorn-Krüstchen und fünf Bio-Sesam-Spitzen.«

»Haben Sie Besuch?«, säuselt Fräulein Elke zuckersüß, während sie die Tüte auffüllt. Ihr investigativer Unterton war mir trotzdem nicht entgangen.

 »Nein, Hunger…«, erwidere ich und schenkte ihr ein geheimnisvolles Lächeln. 

     »Sieben Euro zwanzig! Haben sie schon ein Kärtchen, damit ich die Punkte drauf buchen kann?«

     »Nein«, antwortete ich und überlege, ob der Preis angesichts der rassigen Bedienung eine Vergnügungssteuer beinhaltete.
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Die Brünette reichte mir mit strahlenden Augen ein Heftchen und einen Kugelschreiber über die Theke. »Sie müssen das ausfüllen!«

Für Elke würde ich sogar noch meine Telefonnummer draufschreiben. Brav notiere ich meinen Namen und Adresse auf den neuen Kundenausweis und nehme meine Tüte entgegen. »Ach…, eh ich‘s vergesse…!« Ich wende mich noch einmal dem Tresen zu. »Sind Sie sicher, dass meine Daten nicht beim Verfassungsschutz landen?«

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Elke, die schöne Bäckerin ist perplex. »Ähh…«, meint sie und errötet.

     »Sie müssen das verstehen«, erwidere ich mit charmantem Unterton. »Mit den Daten wird heutzutage allerhand Unfug angestellt. Es wäre mir unangenehm, wenn man beim Verfassungsschutz meine Essgewohnheiten eines Tages gegen mich verwendet.«

Elke schaut mich konsterniert an. Der Scherz war ihr wohl zu intellektuell.

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Ich grinse und verlasse den Laden. Nun noch schnell zum Friseur. Es wäre in diesem Monat mein 10.ter Besuch und ich würde dieses Mal kostenlos geschoren werden! Was tut man nicht alles, um in diesen Zeiten ein Schnäppchen zu ergattern… Auch wenn man hinterher ’ne Glatze hat oder der großen Auswahl wegen in Entscheidungsnöte gerät und deshalb verhungert.

Neue Schuhe braucht die Frau 

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Um dieses Thema zu beleuchten, bedarf es eines Blickes in die Schöpfungsgeschichte. Will man der Bibel Glauben schenken, hatte der Herr zuerst Adam geschaffen. Ich will es vorwegnehmen. Er war barfuß, hatte aber unversehens eine Rippe weniger. Möglicherweise hatte Gott sich etwas dabei gedacht, als er damit die Frau erschaffen hat. Bekanntermaßen wurden Er und Eva aus dem Paradies vertrieben. Hätte Eva, nachdem sie sich mit der Schlange verbündete, um ihren Kerl leichter verführen zu können, einfach die Klappe gehalten, wäre es vermutlich friedlicher auf der Welt zugegangen. Denn als für sie klar war, wie man einen Mann am besten manipuliert, latschte sie postwendend zu Adam, der gerade unter einer Palme saß und einen Speer schnitzte. Sie hielt ihm ihre verlockenden Früchte unter die Nase und schon hatten wir den ersten Sündenfall.
Ich nehme an, dass Eva nur deshalb mit ihren Reizen kokettierte und Adam den Mund wässrig machte, weil sie neue Klamotten brauchte. Mich würde interessieren, wie viele Feigenblätter er heranschaffen musste, bis sie endlich sagte: »Ich nehme dieses.« Und da der Allwissende das Weib überflüssigerweise mit Eitelkeit und Gefallsucht ausstattete, überrascht es nicht, dass sie sich im neuen Outfit bewundern wollte. Eva hatte also nichts Eiligeres zu tun, als an den nahe gelegenen Fluss zu eilen. 
Als sie sich zum ersten Male auf der spiegelnden Oberfläche des Wassers betrachtete, bemerkte sie, dass Feigenblätter nicht besonders kleidsam waren. Die Problemzonen waren nur unzureichend bedeckt. Besonders Hüften und Oberschenkel erregten ihr Missfallen. Was Adam damals noch nicht wissen konnte, ist die Tatsache, dass das Quengeln und Nörgeln der Frauen kein Laster, sondern die normale weibliche Sprechweise ist. Evas heruntergezogene Mundwinkel zeigten Wirkung und dem armen Gatten blieb nichts anderes übrig, als Bananenstauden mit riesigen Blättern zu züchten und im Anschluss einen Spiegel zu erfinden. 
Was hat sich bis heute geändert? Nichts! Frauen sind – wie einst Eva – stets bereit, das Paradies aufzugeben, wenn sie dafür ein elegantes Feigenblatt bekommt. Und damit nicht genug. Es soll breite Hüften kaschieren, den Busen zur Geltung bringen, die langen Beine betonen und den kurvigen Hintern unterstreichen. Nur so ist es zu erklären, dass es neuerdings Typen gibt, die sich Zöpfe wachsen lassen und raffinierte Damenkleider entwerfen. Doch es ist eine seltsame Illusion der Frauen zu glauben, Kleidung lasse Gewicht und Figur vergessen! 
Und das Motiv? Liebe? Nein…! Männer sollen ihnen verfallen, sie sollen sich nach ihnen verzehren, sie willenlos machen, damit er gegen neue Schuhe nichts einzuwenden hat. Dabei vergessen die Damen niemals, dass die Liebe der Männer in neun von zehn Fällen auf ihrer optischen Verführung – sprich Täuschung beruht. Dass Eva ein leichtes Spiel bei ihrem Adam hatte, liegt auf der Hand. Der himmlische Vater hatte sich bei der Erschaffung des Mannes geirrt und sein Hirn nicht in den Kopf, sondern in dessen Hose eingepflanzt, ein nicht wieder gut zu machender Fehler. 
Eva dagegen stattete er mit Raffinesse und Verschlagenheit aus. So erklärt sich die Tatsache, dass es bis heute zwischen Mann und Frau nichts wie Missverständnisse gibt. Schließlich, und daran gibt es nichts zu deuteln, ist ein dekolletiertes Kleid stets auf Erfolg zugeschnitten! Wenigstens können wir Männer uns heute darauf zurückziehen, dass es göttlicher Wille war, dass wir heute auf beinahe jeden weiblichen Hintern starren. Wie sehr der Mann darauf achten muss, was Frau meint, wenn sie etwas sagt, zeigt folgendes Beispiel. Wenn Frauen über Stoffwechsel reden, meinen sie immer ein neues Kleid und nicht etwa eine fehlgeschlagene Diät!
Einer der großen Meilensteine in der Evolutionsgeschichte der Frau, war die Erfindung von Schuhgeschäften und die damit verbundene Suche nach dem richtigen Modell. In dieser Zeit entstand das geflügelte Wort, dass Männer und Schuhe eines gemeinsam hätten: Nach den Richtigen muss man lange suchen. Aschenputtel ist der beste Beweis, dass die Damen glauben, neue Schuhe seien unverzichtbar. Es gibt Frauen, die Schuhe sammeln, oder um sie nur einmal zu tragen. Ich kenne Frauen, die für jedes Kleidchen, für jedes Wetter und für jeden Anlass das passende Schühchen haben. 
Damit will ich nicht sagen, dass ein einmal gebrauchter Mann je nach Gelegenheit oder Ereignis ausgetauscht wird oder im Schrank verschwindet.  Ziemlich unwahrscheinlich, zumal so ein Kerl wegen der Schuhe und der vielen Feigenblätter (Blusen, Kleider, Tops, Jäckchen, Kostüme, Hosen, Slips, Hängerchen, BH`s, La-Perla-Reizwäsche) dort gar keinen Platz fände. Männer werden anders entsorgt. Rigoroser! Unerbittlicher und rücksichtsloser, es sei denn, sie verfügen über das nötige Kleingeld, Produkte von Designern mit Zöpfen zu bezahlen.
Was die Damen damals wie heute allerdings mit ihren Galoschen, Riemchensandalen, Stiefeletten, High-Heels oder Pumps erreichen wollen, liegt auf der Hand. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als dass wir ihre Beine bewundern und uns angesichts der wohlgeformten Versprechungen das Wasser im Mund zusammenläuft! Es geht also wie seinerzeit im Paradies um süße Früchte und Eva ruht nicht, bis Adam anbeißt (in den Apfel)! 
Schon deshalb haben Modeschöpfer von Rang unverschämt tiefe Ausschnitte an Kleidern erfunden. Dass die Pharma-Industrie aufgrund des verführerischen Großangriffes und des Überangebotes weiblicher Reize der Damen sogleich mit Viagra nachgezogen hat, ist nichts weiter als eine Art Selbstverteidigung. Männer mussten befürchten, den neuen Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Schließlich hat Eva ihren Adam damals auch nicht mit einem ganzen Obstkorb verführt. Sie wusste, dass das Flüstern einer Frau die Männer schneller in Bewegung bringt, als das Brüllen eines Löwen. Lange, schlanke Beine ohnehin!
Nun ja, gegen schöne Beine ist prinzipiell nichts einzuwenden, vor allem dann, wenn die Röcke kurz genug sind. Ich gebe zu, Füße interessieren uns dabei weniger! Entfleucht uns Männern ein anerkennender Pfiff, bekommen wir sofort die Quittung! Prompt reduzieren Frauen uns darauf, dass wir sie auf ihr Äußeres reduzieren. Ein Paradoxem! Weshalb tun sie dann alles, um den Kerlen zu gefallen? Ist es den Männern zu verdenken, wenn sie beispielsweise in ihrer Freizeit Frauenherzen sammeln und es nur einmal benutzen? Ich sage, nein! Einerseits treibt sie ein gewisser Nachahmungstrieb dazu, andererseits kann man schließlich nicht stundenlang im Schuhgeschäft auf Hockern herumsitzen und den Damen dabei zuzusehen, wie sie zweihundert Paar Schuhe ausprobieren. 
Garantiert verlassen sie den Laden, weil ihnen kein einziges Paar gut gepasst hat. Ein Grund mehr, ins nächste Geschäft zu stöckeln. Allerdings muss das nicht unbedingt ein Schuhladen sein, obwohl sie uns mitgeschleppt haben, weil sie angeblich Schuhe benötigten. Hätte Adam damals eine weise Regel beherzigt, den Herren der Schöpfung wäre später viel erspart geblieben: Man muss einer Frau gewisse Freiheiten lassen, ihr jedoch keine Gelegenheit geben, sie auch zu nutzen.
Als irgend so ein bedauernswerter Tropf aus Frankreich auch noch die Damenhandtasche erfand, hatten Männer nichts mehr zu lachen. In Fußgängerzonen liegen sie zumeist direkt neben dem Schuhladen. Und die wiederum in direkter Nachbarschaft von Damenboutiquen. Schon deshalb läuft der herkömmliche Mann beim gemeinsamen Einkauf Gefahr, dass er den Hungertod stirbt, sollte er eine modebewusste Eva mit Hang zum Riemchenschuh am Hals haben. Was den Schuh- und Handtascheneinkauf anbelangt, so erklärten sich schon im Jahre 40 n. Chr. die Frauen mit einem ganz und gar weiblichen Aphorismus solidarisch. Zwischen Mann und Frau gäbe es keine Chancengleichheit, behaupteten sie. 
Kürzlich belauschte ich vor einer Damentoilette ein Gespräch zwischen zwei Freundinnen: Ein Mann habe zwar die Chance, eine Frau zu bekommen; und was bekommen wir? Höchstens einen Mann! Ja, sowas…! Immerhin verdienen oft genug die Männer das Geld für die neuen Sommerschuhe! Heute bin ich der Meinung, nicht nur manches Handtäschchen, sondern auch die dazu gehörigen Damen scheinen aus Krokodilleder geschaffen worden zu sein.
Handtaschen…, es sind ideale Accessoires und gute Argumente, Konkurrentinnen auszustechen, wobei wir beim nächsten Stichwort wären. Eifersucht! Sie ist so alt wie die Menschheit und begann damals ganz harmlos. Als Adam einmal spät heimkam, fing Eva an, seine Rippen zu zählen. Schon Ali ibn Abi-Talib, Vetter und Schiegersohn Mohammeds stellte im 6.ten Jahrhundert fest: Die Eifersucht der Frau beruht auf Unglaube, die Eifersucht des Mannes jedoch auf Glaube! Wie Recht er doch hatte. Keine Frau glaubt, dass der Mann vor weiblicher Verführung gefeit ist, besonders, wenn sie im Nachbarhaus wohnt. Der kluge Mann baut vor, kauft seiner Eva am besten ein paar Schuhe, und schwört Stein und Bein, dass er nur ihre Früchte liebt. 

Ein neuer Morgen 

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Ein neuer Morgen. Eine andere Zeit. 

Sonnenstrahlen, die sich durch Glas brechen.  

Und ahnungslos gebrochenes berühren. 

Seelen. Herzen. Körper. 

Als du gegangen bist heute Morgen. 

Bin ich zerbrochen. 

Einmal mitten durch. 

Von oben bis unten. 

Von links nach rechts. 

Und jetzt. 

Ist nur noch dein Weinglas da. 

Das Bett, was du zerwühlt hast. 

Mich, den du zerbrochen hast.